24.05.2022

Interview: Yaryna Oleshchuk

CLP interviewt seit Jahren Kolleginnen und Kollegen aus sehr unterschiedlichen Bereichen der Rechtsbranche zu ihrem beruflichen Weg zum Erfolg. Einige von ihnen waren bereit, ihr ganz persönliches Erfolgsgeheimnis zu verraten: sie coachen!

Die CLP - Interviewreihe geht in die vierte Runde: Diesmal kommen wieder zehn JuristInnen zu Wort, die coachen - Legal Coaches, die aus sehr unterschiedlichen Gründen sich Zusatzkompetenzen mit einer professionellen Coachingausbildung erworben haben. 

CLP hat diese Legal Coaches in sehr unterschiedlichen Positionen dazu befragt, was sie dazu bewogen hat und wie Coaching ihre berufliche Laufbahn maßgeblich beeinflusst hat:

Darf ich Sie bitten, sich zunächst selbst vorzustellen?

Ich bin Anwaltscoach mit juristischem Hintergrund. Mein Schwerpunkt liegt in der interkulturellen Kompetenz und Selbstreflexion.

An der Universität habe ich von einer Kariere in einer internationalen Kanzlei geträumt. Um diesen Traum zu verwirklichen, musste ich ein zweites Mal Jura studieren, diesmal in Deutschland, in Frankfurt am Main.

Grund dafür war mein Herkunftsland: die Ukraine. Die Ukraine gehörte nicht zu der EU und aus diesem Grund waren aus den 5 Jahren harter Arbeit an der Universität nicht mehr als eine Klausur und eine Hausarbeit im Bereich der Rechtsgrundlagen anerkannt worden. Ich gebe zu, es war ein harter Schlag. Allerdings ist das Studium nie mein Alles gewesen und als ich nach drei Semestern an der Goethe Uni Frankfurt schwanger wurde, ist mein allerwichtigster Traum, nämlich Mama zu werden, ins Erfüllung gegangen. Im Rahmen meiner Beurlaubung habe ich festgestellt, dass die Prioritäten in meinem Leben sich verändert hatten. Viele Jahre Selbstreflexion, Coaching Sessions und ein starker Wunsch eine Arbeit zu haben, die mir Freude bereitet, mich erfüllt und 100% im Einklang mit mir ist, haben mich zum Coaching gebracht.

Ich habe lange meinen Schwerpunkt im Coaching gesucht. Ich bin Ukrainerin, mit 16 durfte ich kurz in England leben, mit 21 Jahren bin ich nach Deutschland gezogen. Ich habe es geschafft mich in eine neue Gesellschafft vollständig zu integrieren, beende in ein paar Monaten mein Masterstudium in Human Ressource Management, habe drei Coaching Ausbildungen aus drei verschiedenen Ländern absolviert. Außerdem habe ich Coachees aus mehr als fünf verschiedenen Ländern gecoacht. Eienr meiner Schwerpunkte ist daher die interkulturelle Kompetenz.

1. Wann haben Sie sich zum ersten Mal mit Coaching beschäftigt und warum?

Vor etwa fünf Jahren hat eine gute Freundin von mir, mir ein Buch von Jack Canfield empfohlen. Das Buch hieß „The Success Principles“. Die Art und Weise wie Jack über das Prinzip der hundertprozentigen Verantwortung geschrieben hat, hat mich total fasziniert. Es hat mich inspiriert und ich wußte, dass eine Coaching Ausbildung und ein Human Ressource Management Studium genau die Qualifikationen sind, die mich auf meinem weiteren Weg am besten unterstützen können.

2. Was hat Sie daran besonders fasziniert?

Das Beste, was meiner Meinung nach Coaching dem Coachee bietet ist die Möglichkeit, in einer sicheren vertrauensvollen Umgebung dem hundertprozentigen Verantwortungsprinzip zu folgen, Entscheidungen zu treffen und Lösungen zu finden. Ich habe Coachees gehabt, die zum Beispiel davon überzeugt waren, dass sie das Jurastudium nur für ihre Eltern absolviert hatten. Den Moment erleben zu dürfen, wo jemand für sich klärt, dass es tatsächlich nicht so gewesen ist, ist inspirierend. Erleichterung, Feuer in den Augen, Gelassenheit und Glück meiner Coachees miterleben zu dürfen, ist meist das Faszinierende für mich am Coaching und in meiner Praxis.

3. Wie setzen Sie Coaching heute in Ihrer beruflichen Situation ein?

Coaching ist nicht einfach eine Zusammensetzung von bestimmten Tools, sondern ein zielorientierter Prozess mit einer individuellen Einstellung, orientiert an den Bedürfnisse der Person. Meine Coaching-Zertifizierungen in drei verschiedenen Ländern geben mir die Möglichkeit, ein breites Spektrum des Verständnisses der Situation jeden Einzelnen zu bekommen. In Kombination mit meinen Kenntnissen im HR Bereich habe ich die Möglichkeit, mit Anwälten aus verschiedenen Fachgebieten und verschiedenen Positionen zu arbeiten. Coaching unterstützt mich nicht nur beruflich, sondern auch privat.

4. Was hat sich für Sie nach Ihrer Coachingausbildung in Ihrer juristischen Tätigkeit verändert?

Die Coaching-Ausbildung hat mir die Freiheit geschenkt, selbstständig zu werden. Ich bin nicht mehr als Juristin tätig, habe aber Juristen immer in meiner Umgebung bei meiner Arbeit hier bei CLP und als Co-Trainerin für Legal Coaching in der CLP-Academy.

Ihr persönliches Fazit:

Es ist wichtig im Leben das zu tun, was einen beruflich genauso wie privat erfüllt.

Vielen herzlichen Dank. 

Freuen Sie sich auf weitere Legal Coaches und lassen Sie sich inspirieren!

Weitere Interviews finden Sie hier.

Mehr zu Yaryna Oleshchuk finden Sie hier bei CLP oder auf Social Media.

Hören Sie auch in ihren Podcast: Awesome Lawyers!

Achtung: Die Anmeldung für den nächsten Ausbildungskurs ab November 2022 ist bereits eröffnet!

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